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	<title>Kulinarische Zeitreise</title>
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	<description>Geschichte(n) von gestern und vorgestern</description>
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		<title>Rezeptforschung: Kalter Hund</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 09:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezeptforschung macht Spa&#223;, kann aber auch ziemlich m&#252;hsam sein. Deshalb habe ich mir gedacht, ich suche einfach mal mit meinen Lesern gemeinsam (auch mit den Leserinnen nat&#252;rlich …). Es geht um den „Kalten Hund“, einen Schoko-Keks-Kuchen, der nicht gebacken wird und den die meisten von uns wahrscheinlich aus Kindertagen kennen. Ich habe damit in den 1970er Jahren Bekanntschaft gemacht, das Rezept stand wahrscheinlich in irgendeiner Zeitschrift; in dem einzigen Backbuch, das meine Mutter jemals besessen hat, kommt es jedenfalls nicht vor. Ich kenne ihn auch nur als „Kalter Hund“, obwohl er noch eine ganze Reihe anderer Namen hat: Kalte Schnauze, Schwarzer Peter, Kalter Igel, Kalte Pracht, Kellerkuchen, Lukullus …</p>
<div id="attachment_3713" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMi9LYWx0ZXItSHVuZC1mb3RvLURhbmllbC1SZW50c2NoLmpwZw=="><img class="size-full wp-image-3713  " title="Kalter Hund foto Daniel Rentsch" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/Kalter-Hund-foto-Daniel-Rentsch.jpg" alt="" width="384" height="288" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Daniel Rentsch (Creative Commons)</p></div>
<p>Man k&#246;nnte meinen, Kalter Hund w&#228;re eine Erfindung der Nachkriegszeit, wom&#246;glich noch von Fernsehkoch Clemens Wilmenrod, der au&#223;er nicht kochen sicher auch nicht backen konnte, aber dem ist nicht so. Der Kuchen ist schon viel &#228;lter. Wahrscheinlich stammt das Ursprungsrezept aus dem Hause Bahlsen, das in den 1920er Jahren auf Werbezetteln ein Rezept f&#252;r einen „Schokoladenkuchen aus Leibniz-Keks“ verbreitete. Diese Idee wurde einige Zeit sp&#228;ter bereitwillig von Palmin aufgegriffen, denn eine wichtige Zutat dieses Kuchens war das damals sehr moderne Kokosfett.</p>
<p>Wie aber kommt die Kekstorte zu ihren lustigen Bezeichnungen? Sprachforscher wollen uns ernsthaft erz&#228;hlen, der Name „kalter Hund“ habe etwas mit der Kastenform des Kuchens zu tun, die an so genannte Grubenhunte aus dem Bergbau erinnere, kastenf&#246;rmige F&#246;rderwagen auf Rollen. Das halte ich nun wirklich f&#252;r v&#246;llig abwegig – wer denkt sich denn sowas aus? Ist am Ende mal wieder der Berliner Witz f&#252;r die „kalte Schnauze“ und den „kalten Hund“ verantwortlich? Oder eine andere Region? Dr. Oetker scheidet schon mal aus, das entsprechende Backbuch meiner Mutter ignoriert den „Kuchen ohne Backen“ noch in den 1960er Jahren.</p>
<p>Also lasst uns forschen: Habt ihr &#228;ltere Backb&#252;cher aus der Zeit vor 1970? Ausgeschnittene Rezepte aus Zeitschriften? Das handgeschriebene Kochbuch eurer Gro&#223;mutter? Ich denke da zum Beispiel an <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3NjaG51cHBzY2hudWVzcy50eXBlcGFkLmNvbS8=">Jutta</a>, die das gro&#223;e Gl&#252;ck hat, gleich drei alte Rezeptsammlungen aus dem Familienkreis geerbt zu haben. Wenn ihr den Kuchen irgendwo finde: Von wem ist das Rezept, l&#228;sst es sich ungef&#228;hr datieren (bei privaten Kochb&#252;chern manchmal schwierig) und wie wird es genannt? Ich bin gespannt. Antworten k&#246;nnt ihr mir als Kommentar unter diesem Post oder auch per mail an mail(et)petrafoede.de</p>
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		<title>Schottisches Fr&#252;hst&#252;ck: Porridge</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 09:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück]]></category>
		<category><![CDATA[Haferflocken]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schottland]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir haben zwar schon vorige Woche ausgiebig gefr&#252;hst&#252;ckt, aber das Thema ist  noch nicht gegessen, wie man so sch&#246;n sagt. Zuf&#228;llig ist heute der Geburtstag von Robert Burns (1759-1796), einem ber&#252;hmten schottischen Dichter, zu dessen Ehren die Schotten heute abend weltweit Burns Suppers ausrichten und dabei das Nationalgericht Haggis auftischen. Ich bin mir nicht sicher, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben zwar schon vorige Woche <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDEyLzAxLzE5L3dlci1oYXQtZGFzLWZydWVoc3R1ZWNrc2VpLWVyZnVuZGVuLw==">ausgiebig gefr&#252;hst&#252;ckt</a>, aber das Thema ist  noch nicht gegessen, wie man so sch&#246;n sagt. Zuf&#228;llig ist heute der Geburtstag von Robert Burns (1759-1796), einem ber&#252;hmten schottischen Dichter, zu dessen Ehren die Schotten heute abend weltweit <em>Burns Suppers</em> ausrichten und dabei das Nationalgericht <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9IYWdnaXM=">Haggis</a> auftischen. Ich bin mir nicht sicher, ob es dabei auch Porridge gibt, aber passend w&#228;re es durchaus, denn der Dichter schrieb nicht nur das Gedicht <em>Adress to a Haggis</em>, sondern fand auch f&#252;r den Haferbrei einst die huldigenden Worte: „The halesome parritch, chief of Scotia&#8217;s food“. (Und wer Haferbrei nicht mag, sollte sich ernsthaft &#252;berlegen, ob er an dieser Stelle jetzt lieber etwas zu Haggis lesen w&#252;rde …)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9QSUNUMzc2Ni5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3704" title="PICT3766" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/PICT3766.jpg" alt="" width="323" height="389" /></a></p>
<h3>Vom Eintopf zum Getreidebrei</h3>
<p>Wie schon erw&#228;hnt, a&#223; die Bev&#246;lkerung Mitteleuropas in fr&#252;heren Tagen war zwar allgemein t&#228;glich Getreidebrei, auch am Morgen, aber nur die Schotten haben diese einfache, nahrhafte Kost in den Rang eines Nationalgerichts erhoben und halten zumindest symbolisch bis heute an dieser Tradition fest. Das Wort <em>porridge</em> existiert seit dem 16. Jahrhundert, allerdings war es zu dieser Zeit noch kein Haferbrei, sondern eine dicke Gem&#252;sesuppe. Zusammengekochtes in einem Topf nannte man im Mittelalter <em>pottage</em>, vom Franz&#246;sischen <em>potage</em> (pot = Topf). Ein damals beliebtes Eintopfgericht war <em>green porray</em> aus gr&#252;nem Gem&#252;se, darunter der namensgebende Porree (Lauch). Aus der Vermischung dieser beiden W&#246;rter entstand als neue Bezeichnung Porridge. Getreide kam zun&#228;chst nur zus&#228;tzlich zum Andicken hinein.</p>
<p>Mitte des 17. Jahrhunderts war schottisches Porridge dann grunds&#228;tzlich ein Brei aus Hafermehl oder -schrot. In England a&#223; man zu dieser Zeit ein fast identisches Gericht aus Weizenmehl, das <em>frumenty</em> hie&#223;, in Wales kannte man einen steifen Getreidebrei als <em>flummery</em>, der mit Honig, Wein, Bier oder Milch gegessen wurde. Noch a&#223; man diese Speisen auch mittags. Die <em>Penny cyclopaedia</em> von 1837 schreibt &#252;ber die schottische Landbev&#246;kerung: „Ihr Fr&#252;hst&#252;ck und oft auch ihre &#252;brigen Mahlzeiten werden vor allem aus Hafermehl zubereitet. Als Porridge wird es mit Zwiebeln, Butter, Pfeffer, Zucker, Milch, Bier oder Whiskey gew&#252;rzt, als Mittagessen f&#252;gt man geschnittenen Kohl oder R&#252;ben hinzu.“</p>
<p>Haferflocken gibt es erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, vorher war <em>oatmeal</em> mehr oder weniger fein geschrotet und wurde oft stundenlang weich gekocht. Die Schotten bestehen darauf, Porridge werde traditionell nur mit Wasser und einer Prise Salz gekocht;  die Milch kommt separat auf den Tisch. Engl&#228;nder und Iren sehen das wesentlich lockerer und geben gro&#223;z&#252;gig Obst und Rosinen in ihren Haferbrei, die Waliser Sahne und Zucker. Und was Engl&#228;nder und Waliser k&#246;nnen, das kann ich auch &#8230;</p>
<h3>Rezept</h3>
<p><strong>Zutaten pro Person:</strong> 4 EL feine Haferflocken, 200 ml Milch, 1 EL Sahne, Honig oder Karamellsirup, Aprikosen (aus der Dose). <strong>Zubereitung:</strong> Die Milch aufkochen lassen, dann die Hitze runterdrehen und die Haferflocken darin etwa 10 Minuten aufquellen lassen (grobe Haferflocken entsprechend l&#228;nger), kurz vorher die Sahne zugeben. Aprikosen klein schneiden und auf dem Teller untermischen, nach Belieben mit Zucker, Honig oder Sirup s&#252;&#223;en.</p>
<p>Ein exotisch angehauchtes Porridge-Rezept nach Ottolenghi gibt es bei <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5mb29sZm9yZm9vZC5kZS9pbmRleC5waHAvZnJ1ZWhzdHVlY2svcmV6ZXB0LXBvcnJpZGdlLW1hbmdvLWtva29z">Fool for food</a></p>
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		<title>Wer hat das Fr&#252;hst&#252;cksei erfunden?</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2012/01/19/wer-hat-das-fruehstuecksei-erfunden/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 09:17:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Eier]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Frühstück]]></category>
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		<category><![CDATA[Schottland]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Fr&#252;hst&#252;ck ist vielleicht nicht die spannendste Mahlzeit des Tages, aber trotzdem ein paar Gedanken wert. Seit wann fr&#252;hst&#252;cken wir eigentlich so, wie wir es heute tun? Seit wann geht zum Beispiel eine Tasse Kaffee ohne Essen als Fr&#252;hst&#252;ck durch, wie lange gibt es eigentlich schon M&#252;sli und was haben die Deutschen gegessen, ehe es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fr&#252;hst&#252;ck ist vielleicht nicht die spannendste Mahlzeit des Tages, aber trotzdem ein paar Gedanken wert. Seit wann fr&#252;hst&#252;cken wir eigentlich so, wie wir es heute tun? Seit wann geht zum Beispiel eine Tasse Kaffee ohne Essen als Fr&#252;hst&#252;ck durch, wie lange gibt es eigentlich schon M&#252;sli und was haben die Deutschen gegessen, ehe es morgens Marmeladenbr&#246;tchen und ein gekochtes Ei gab?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9mciYjMjUyO2hzdCYjMjUyO2NrMS5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3685" title="fr&#252;hst&#252;ck1" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/fr&#252;hst&#252;ck1.jpg" alt="" width="363" height="298" /></a></p>
<p>Das traditionelle deutsche Fr&#252;hst&#252;ck war seit ewigen Zeiten ein Getreidebrei oder eine Morgensuppe. Sehr verbreitet war eine warme Biersuppe, in die Brot gebrockt wurde, und die auch der Adel l&#246;ffelte, wenn auch mit Gew&#252;rzen verfeinert. Auf dem Land blieb man teilweise noch bis ins 20. Jahrhundert hinein bei dieser Gewohnheit, wenn sich auch der Kaffee am Morgen immer weiter ausbreitete, bei den kleinen Leuten nat&#252;rlich meistens „Muckefuck“, also Ersatzkaffee. W&#228;hrend die Dienstboten in Ostfriesland um 1800 noch morgens wie abends Buttermilch mit Hafer- oder Gerstengr&#252;tze und dazu ein St&#252;ck Butterbrot bekamen, a&#223;en die Marschbauern ihre Butterstulle schon mit Kaffee, ganz modern. An der Mosel kochte man zu dieser Zeit Erbsen- oder Kartoffelsuppe zum Fr&#252;hst&#252;ck. Gut gestellte Bauern im Badischen sch&#246;pften aus dem Vollen, denn „sie nehmen zum Fr&#252;hst&#252;ck eine gute dicke Brodsuppe, welcher nicht selten … d&#252;rre Bohnen, Erbsen, Linsen und auch Grundbirnen (= Kartoffeln) beygemischet werden und nach solcher … noch entweder K&#228;se oder blo&#223; gesottene Grundbirnen mit Salz oder sauere Milch“.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9QSUNUMzcyNS5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3688" title="PICT3725" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/PICT3725.jpg" alt="" width="373" height="243" /></a></p>
<h3>Von Biersuppe und Haferbrei zum Kaffee</h3>
<p>Das Zeitalter des modernen Fr&#252;hst&#252;cks begann mit der Verbreitung des Kaffeetrinkens im 18. Jahrhundert, in den St&#228;dten schneller als auf dem Land. Das b&#252;rgerliche deutsche Fr&#252;hst&#252;ck bestand jetzt aus einem schlichten Br&#246;tchen zum Kaffee. Um 1800 waren bei uns morgens aber weder Marmeladenbrot noch gekochte Eier &#252;blich. Beides haben wir, so wie es aussieht, sp&#228;ter von den Engl&#228;ndern bzw. den Schotten &#252;bernommen. Einen Hinweis darauf gibt ein Handbuch der Gesundheit im Jahr 1808: „Wir haben uns in neueren Zeiten an Thee und Kaffee zum Fr&#252;hst&#252;ck gew&#246;hnt … In Schottland pflegt man die sogenannte Marmelade oder mit Zucker eingemachte Pomeranzenschalen zum Fr&#252;hst&#252;ck zu essen; an andern Orten w&#228;hlt man frische Eier, die eben so wenig getadelt werden k&#246;nnen.“ In Deutschland lagen diese Orte offensichtlich nicht.</p>
<p>Einige Jahrzehnte sp&#228;ter schildert Carl Gustav Carus das damals in Schottland &#252;bliche Fr&#252;hst&#252;ck: „Dann versammelte man sich im Salon zum Fr&#252;hst&#252;ck, bei welchem die Tafel ganz reichlich … mit kaltem Fleisch, gebratenen Fischen, allerhand Gebackenem, weichen Eiern, Schinken, Honig und nebenbei mit der Scotish Marmelade besetzt war. Diese letztere ist ein appetitliches Eingemachtes von feingeschnittenen Orangenschalen in Zucker und wird (sonderbar genug – aber wirklich ganz empfehlenswert) zum Butterbrot gegessen.“ Marmelade zum Brot – das war f&#252;r Deutsche damals noch eine h&#246;chst merkw&#252;rdige Idee.</p>
<div id="attachment_3679" class="wp-caption aligncenter" style="width: 383px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9FbmdsaXNjaGVzLUZyJiMyNTI7aHN0JiMyNTI7Y2stZm90by1BbmRyw6ktWmFobi5qcGc="><img class="size-full wp-image-3679  " title="Englisches Fr&#252;hst&#252;ck foto André Zahn" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/Englisches-Fr&#252;hst&#252;ck-foto-André-Zahn.jpg" alt="" width="373" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">Englisches Fr&#252;hst&#252;ck. Foto: André Zahn (Creative Commons)</p></div>
<h3>Marmeladenbrot und Fr&#252;hst&#252;cksei &#8211; alles aus Schottland?</h3>
<p>Wom&#246;glich haben die Schotten wirklich das Fr&#252;hst&#252;cksei erfunden. Die Engl&#228;nder haben sich f&#252;r diese Sitte jedenfalls so sehr begeistert, dass sie Anfang des 19. Jahrhunderts einen Eierkocher konstruierten: „In England hat man vor kurzem eine neue Art von silbernen Eyersiedern erfunden, die t&#228;glich in diesem Lande n&#246;tiger werden, weil die aus Schottland dahin verpflanzte Sitte, Eyer zum Fr&#252;hst&#252;ck zu genie&#223;en, immer allgemeiner wird. In der Mitte dieses neuen Eyerkochers steht eine Art von Theekanne, unter welcher eine von Spiritus unterhaltene Lampe brennt. Rings umher ist eine ansehnliche Familie von Eyerbecherchen aufgepflanzt, und oben befindet sich eine Sanduhr, welche gerade drey Minuten l&#228;uft; dies ist n&#228;mlich genau die Zeit, welche erfordert wird, um ein Ey halbgar zu kochen und es zum Fr&#252;hst&#252;ck zu essen.“ (Gabriel Ch. Busch, Handbuch der Erfindungen, Band 4, Eisenach 1807)</p>
<p>1871 berichtete eine Reisende in der Gartenlaube aus England: „Eine Dame i&#223;t nur ein (gekochtes) Ei beim Fr&#252;hst&#252;ck, Herren m&#246;gen zwei essen … Trotz dieser M&#228;&#223;igkeit werden in London eine ungeheure Anzahl von Eiern verbraucht. Es gibt gro&#223;e Gesch&#228;fte, die nur mit Eiern handeln &#8230;“.</p>
<div id="attachment_3690" class="wp-caption aligncenter" style="width: 294px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9mciYjMjUyO2hzdCYjMjUyO2NrLW1vbmV0LmpwZw=="><img class="size-full wp-image-3690  " title="fr&#252;hst&#252;ck monet" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/fr&#252;hst&#252;ck-monet.jpg" alt="" width="284" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Gabelfr&#252;hst&#252;ck</p></div>
<p>Zu uns kam das Fr&#252;hst&#252;cksei wahrscheinlich nach 1800 zusammen mit dem „Gabelfr&#252;hst&#252;ck“, also dem zweiten Fr&#252;hst&#252;ck am sp&#228;ten Vormittag, das Thomas Mann in seinem Roman &#252;ber die L&#252;becker Familie Buddenbrook schildert: „In einem … Brotkorb … lagen Rundst&#252;cke (= Br&#246;tchen) und Schnitten von Milchgeb&#228;ck. Unter einer Kristallglocke t&#252;rmten sich kleine, geriefelte Butterkugeln, unter einer anderen waren verschiedene Arten von K&#228;se … Herr Gr&#252;nlich fr&#252;hst&#252;ckte warm … verspeiste nach englischer Sitte ein leicht gebratenes Kotelett. Seine Gattin fand dies zwar vornehm, au&#223;erdem aber auch in so hohem Ma&#223;e widerlich, da&#223; sie sich niemals hatte entschlie&#223;en k&#246;nnen, ihr gewohntes Brot-und-Ei-Fr&#252;hst&#252;ck dagegen einzutauschen.“ Da ist es also, das Ei.</p>
<p>W&#228;hrend die Kulturgeschichte von Marmeladenbr&#246;tchen und Fr&#252;hst&#252;cksei noch weitgehend unerforscht ist, sieht es beim M&#252;sli besser aus. Erfunden wurde es um 1900 von dem Schweizer Maximilian Bircher-Benner f&#252;r die Patienten seines Sanatoriums. Es bestand aus Haferflocken, &#196;pfeln, N&#252;ssen, Zitronensaft und gezuckerter Kondensmilch – und war zun&#228;chst ein Abendessen. Als Fr&#252;hst&#252;ck popul&#228;r wurde es bei uns erst in den 1970er Jahren durch die Studentenbewegung.</p>
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		<title>Zur&#252;ck zu den Wurzeln &#8211; Schwarzwurzeln</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 09:27:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Gemüse]]></category>
		<category><![CDATA[Hackfleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Nordhessen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzwurzeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwarzwurzeln sind ja angeblich der Spargel der kleinen Leute, aber gen&#252;tzt hat dieser Ruf dem Wurzelgem&#252;se offenbar nicht viel, denn es ist wie Pastinaken oder Teltower R&#252;bchen ziemlich in Vergessenheit geraten. Meine Mutter hat fr&#252;her hin und wieder Schwarzwurzeln gekocht, mit einer s&#228;uerlichen Mehlschwitze, aber als Kind konnte ich diesem Gem&#252;se &#252;berhaupt nichts abgewinnen, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schwarzwurzeln sind ja angeblich der Spargel der kleinen Leute, aber gen&#252;tzt hat dieser Ruf dem Wurzelgem&#252;se offenbar nicht viel, denn es ist wie Pastinaken oder Teltower R&#252;bchen ziemlich in Vergessenheit geraten. Meine Mutter hat fr&#252;her hin und wieder Schwarzwurzeln gekocht, mit einer s&#228;uerlichen Mehlschwitze, aber als Kind konnte ich diesem Gem&#252;se &#252;berhaupt nichts abgewinnen, das kam f&#252;r mich gleich nach Kohlrabi und Rosenkohl. Und selbst wenn ich gewusst h&#228;tte, dass Schwarzwurzeln mit Fleischkl&#246;&#223;chen als nordhessisches Traditionsgericht gelten, h&#228;tte ich meine Meinung garantiert nicht ge&#228;ndert. Die Wurzeln schmecken so ein bisschen wie eine Kreuzung aus Rosenkohl und Sellerie, irgendwie s&#252;&#223;lich-nussig, und diese Geschmacksrichtungen gleichzeitig im Mund waren f&#252;r mich einfach … b&#228;h.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9QSUNUMzcxMS5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3665" title="PICT3711" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/PICT3711.jpg" alt="" width="442" height="284" /></a></p>
<p>Die Schwarzwurzeln kamen im 17. Jahrhundert aus Spanien nach Deutschland und &#214;sterreich, wurden damals aber vor allem als Arzneipflanze gesch&#228;tzt, die angeblich bei Schlangenbissen, der Wundheilung und sogar bei Beinbr&#252;chen helfen sollte. Nach ihrem lateinischen Namen nannte man sie auch Skorzeneren. Doch obwohl Kochb&#252;cher des 19. Jahrhunderts Rezepte f&#252;r Schwarzwurzeln enthalten, scheinen sie nicht besonders beliebt gewesen zu sein. In einer Gartenbauzeitung war 1851 zu lesen: „Obgleich die Schwarzwurzel oder Scorzonere ein so sehr treffliches und gutschmeckendes Gem&#252;se liefert, so findet man sie dennoch sehr wenig angebaut; in manchen Teilen Deutschlands kennt man sie fast gar nicht, auch hier in Hamburg findet man sie nur hie und da als Seltenheit auf dem Markte.“</p>
<p>Die Zur&#252;ckhaltung der Hausfrauen lag vielleicht auch daran, dass Schwarzwurzeln eine milchige Fl&#252;ssigkeit absondern, die beim Sch&#228;len der Wurzeln die H&#228;nde einf&#228;rbt. Dagegen helfen heute Einmalhandschuhe oder die Methode von <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5hbm9ueW1la29lY2hlLm5ldC8/cD0yNjAx">Claudio</a>: erst kochen, dann sch&#228;len. Oder die von <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kbHotY29jLmRlL3dvcmRwcmVzcy8/cD01MjAx">Claus</a>: unter flie&#223;endem Wasser sch&#228;len. Ich habe mich dann doch f&#252;r die altmodische Methode entschieden: erst schrubben, dann sch&#228;len und die Stangen direkt in Zitronenwasser mit etwas Mehl legen, damit sie sch&#246;n wei&#223; bleiben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMi8wMS9QSUNUMzcyNC5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3668" title="PICT3724" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/PICT3724.jpg" alt="" width="373" height="350" /></a></p>
<p><strong>Rezept: Schwarzwurzeln mit Fleischkl&#246;&#223;chen</strong></p>
<p><strong>Zutaten f&#252;r 4 Personen:</strong> 1 kg Schwarzwurzeln, 250 g gemischtes Hackfleisch, 1 altbackenes Br&#246;tchen, 1 Ei, Mehl, Salz, Pfeffer, Muskat, 50 g Butter, 200 ml Wei&#223;wein, 1 Zitrone, 125 ml Schmand (Sahne). <strong>Zubereitung:</strong> Die Schwarzwurzeln unter flie&#223;endem Wasser mit einer B&#252;rste abschrubben, sch&#228;len und sofort in das vorbereitete Essig- oder Zitronenwasser legen; dann in etwa 5 cm lange St&#252;cke schneiden. Etwa 2 Liter Wasser mit 2 EL Zitronensaft und einer Prise Salz zum Kochen bringen. Die Schwarzwurzeln hinein geben und etwa 45 Minuten garen. In der Zwischenzeit aus dem Hackfleisch, dem eingeweichten Br&#246;tchen und 1 Ei die Masse f&#252;r die Fleischkl&#246;&#223;chen kneten und mit Salz, Pfeffer und Muskat w&#252;rzen. Kleine B&#228;llchen formen und etwa 10 Minuten zusammen mit den Wurzeln k&#246;cheln lassen, dann herausnehmen und warm halten. Nach dem Absch&#252;tten der Schwarzwurzeln einen Teil der Fl&#252;ssigkeit auffangen. F&#252;r die Sauce 50 g Butter zerlassen, darin 2 EL Mehl kurz hell anschwitzen, eine Tasse Kochwasser und den Wei&#223;wein zugie&#223;en, aufkochen und ein paar Minuten k&#246;cheln lassen. Hitze reduzieren und Schmand oder Sahne zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Zucker abschmecken und die Schwarzwurzeln sowie die Fleischkl&#246;&#223;chen hinein geben, kurz darin ziehen lassen. Dazu isst man in Nordhessen mehlige Salzkartoffeln.</p>
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		<title>Jahresr&#252;ckblick</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 09:15:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alfons Schuhbeck]]></category>
		<category><![CDATA[Foodblog]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wei&#223;, ich bin ein bisschen sp&#228;t dran, aber welchen Sinn hat es, auf ein Jahr zur&#252;ckzublicken, das noch gar nicht vorbei ist? An dieser Stelle will ich nicht das Weltgeschehen Revue passieren lassen, sondern an ein paar Themen erinnern, die die Food-Blogger-Szene 2011 besch&#228;ftigt haben. Allerdings habe ich mir keine Notizen gemacht, was bedeutet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wei&#223;, ich bin ein bisschen sp&#228;t dran, aber welchen Sinn hat es, auf ein Jahr zur&#252;ckzublicken, das noch gar nicht vorbei ist? An dieser Stelle will ich nicht das Weltgeschehen Revue passieren lassen, sondern an ein paar Themen erinnern, die die Food-Blogger-Szene 2011 besch&#228;ftigt haben. Allerdings habe ich mir keine Notizen gemacht, was bedeutet, dass ich garantiert das ein oder andere vergessen habe. Hier mein subjektiver Jahresr&#252;ckblick: Kurz vor Weihnachten sorgte der aktuelle Werbespot eines (ehemaligen) Spitzenkochs  f&#252;r ausgesprochen unfestliche Stimmung &#8211; Alfons Schuhbeck hilft McDonalds beim Verkauf seiner &#8220;H&#252;ttengaudi&#8221;-Burger, Arm in Arm mit Uli Hoene&#223;. Damit nicht genug, tritt er auch noch als Gesundheitsapostel auf und verspricht &#8220;Entschlackung&#8221; mit Hilfe von Gew&#252;rztee. Klar, Gew&#252;rze verkauft er ja auch &#8230; Wer die ganze Story verpasst hat, hier zwei lesenswerte Beitr&#228;ge dazu: <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2J1Z2dpc2NoLndvcmRwcmVzcy5jb20vMjAxMS8xMS8yNS9kZXItc2NoZWluaGVpbGlnZS1oZXJyLXNjaHVoYmVjay8=">Der scheinheilige Herr Schuhbeck</a> von Christian Buggisch und <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5lc3NrdWx0dXIuYXQvaW5kZXgucGhwLzIwMTEvMTEvMjcvdG9uaS11bmQtZm9uc2ktYmVpbS1tYWVja2kv">toni und fonsi beim m&#228;cki</a> von Katharina Seiser.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aufreger des Jahres war (und ist garantiert noch bis zur Entscheidung) der <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5icmlnaXR0ZS5kZS9yZXplcHRlL2Zvb2QtYmxvZy1hd2FyZC8=">Brigitte-Foodblog-Award</a>, der im August gestartet wurde. Aus f&#252;nf Blogs pro Monat, die eine Jury ausw&#228;hlt, wird per Klick-Abstimmung im Internet jeweils ein Sieger bzw. eine Siegerin ermittelt &#8211; dem Gewinner der Endrunde winkt als Preis eine Bildstrecke mit eigenen Rezepten im Heft. Wer bis dahin geglaubt hatte, Food-Blogger/innen seien im Grunde allesamt zur&#252;ckhaltende, freundliche Menschen, denen Neid, Missgunst und Konkurrenzdenken fremd sind, wurde sehr schnell eines Besseren belehrt. Die Kommentarspalten quollen &#252;ber und die &#8220;Nacht der tausend Klicks&#8221; einer IP sorgte f&#252;r Gespr&#228;chsstoff. Da wochenlang kaum noch jemand zum Kochen kam, schmiedete B&#228;ckermeister Martin einen heldenhaften Plan: <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5jYWZlc2Nob2VubGViZW4uZGUvc2Nob2VuZXNsZWJlbi8/cD03MjM=">Wie und warum ich den Brigitte-Food-Blog-Award gewinnen werde!</a> So ganz aufgegangen ist der Plan dann nicht, er wurde nicht nominiert &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was sonst noch los war: Arthurs Tochter verschickte in alle Himmelsrichtungen h&#246;lzerne Kochl&#246;ffel und startete damit den <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2FydGh1cnN0b2NodGVya29jaHQuYmxvZ3Nwb3QuY29tLzIwMTEvMTEvZWluLWxvZmZlbC1nZWh0LWF1Zi1kaWUtcmVpc2UuaHRtbA==">verr&#252;cktesten Fotowettbewerb des Jahres</a>. <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2hlaWtlLmVzc2Vudm9uYXUuZGUvMjAxMS8wOS9uYWNobGVzZS8=">Heike von Au</a> und Bushcook lie&#223;en ihren Konkurrenten bei den <em>Topfgeldj&#228;gern</em> keine Chance und nahmen 10.000 Euro mit nach Hause. Wenn es danach geht, aus welchem Kochbuch die meisten Rezepte nachgekocht wurden, dann war <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3ZhbGVudGluYXMta29jaGJ1Y2guZGUvaW5kZXgucGhwP2FydGljbGVfaWQ9Njky"><em>Genussvoll vegetarisch</em></a> von Yotam Ottolenghi sicher das Kochbuch des Jahres. Und ein neues Trendgetr&#228;nk namens <em>Hugo</em> machte die Runde, eine Mischung aus Prosecco, Mineralwasser, Holundersirup, Limette und Minze.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Abschluss m&#246;chte ich noch einen Blick auf meinen eigenen Blog werfen. Die meisten Kommentare wurden im vergangenen Jahr zu den Artikeln <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDExLzExLzEwL3dpZW5lci1sZWdlbmRlLXRhZmVsc3BpdHov">Tafelspitz</a> und <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDExLzA5LzEzL2thcnRvZmZlbHNhbGF0LXVuZC1kaWUtbWF5by1ncmVuemUv">Kartoffelsalat und die Mayo-Grenze</a> abgegeben, herzlichen Dank daf&#252;r. Der mit Abstand beliebteste Artikel des vergangenen Jahres (unter den ab Oktober 2010 geschriebenen) war allerdings <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDEwLzEwLzE5L2F1cy1vbWFzLWt1ZWNoZS1saW56ZXItdG9ydGUv">Linzer Torte</a> mit 3532 Aufrufen bisher. Auf den Pl&#228;tzen dahinter folgen mit deutlichem Abstand:</p>
<ul>
<li><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDExLzA0LzE4L2VzLWdydWVudC1zby1ncnVlbi1oZXNzaXNjaGUtZ3J1ZW5lLXNvc3NlLw==">Es gr&#252;nt so gr&#252;n &#8230; Hessische Gr&#252;ne So&#223;e</a> (1441)</li>
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</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aus Omas K&#252;che: Heringssalat</title>
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		<comments>http://petrafoede.de/blog/2011/12/30/aus-omas-kueche-heringssalat/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 09:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Hering]]></category>
		<category><![CDATA[Neujahr]]></category>
		<category><![CDATA[Rote Bete]]></category>
		<category><![CDATA[Salat]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Gans, Christstollen und Pl&#228;tzchen an den Weihnachtsfeiertagen folgt in vielen Familien zu Silvester traditionell ein Karpfen oder Heringssalat, obwohl etliche inzwischen zu Fondue oder Raclette &#252;bergegangen sind, weil es so sch&#246;n gesellig ist und niemand kochen muss. Aber fr&#252;her a&#223; man zum Beginn des neuen Jahres etwas, das Gl&#252;ck verhei&#223;t – und K&#228;se gilt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Nach Gans, Christstollen und Pl&#228;tzchen an den Weihnachtsfeiertagen folgt in vielen Familien zu Silvester traditionell ein Karpfen oder Heringssalat, obwohl etliche inzwischen zu Fondue oder Raclette &#252;bergegangen sind, weil es so sch&#246;n gesellig ist und niemand kochen muss. Aber fr&#252;her a&#223; man zum Beginn des neuen Jahres etwas, das Gl&#252;ck verhei&#223;t – und K&#228;se gilt vermutlich nicht mal in der Schweiz als Gl&#252;ckssymbol. Ein dicker Karpfen sollte ein Jahr lang f&#252;r eine stets gef&#252;llte Geldb&#246;rse sorgen. Im 19. Jahrhundert war er in wohlhabenden Familien jedenfalls obligatorisch, wenn nicht zu Silvester, dann schon zu Weihnachten.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMi9oZXJpbmdzc2FsYXQuanBn"><img class="aligncenter size-full wp-image-3636" title="heringssalat" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/heringssalat.jpg" alt="" width="477" height="360" /></a><br />
</span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">&#220;ber den traditionellen Heringssalat zu Silvester habe ich vor zwei Jahren <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDA5LzEyLzMwL2tlaW4tc2lsdmVzdGVyLW9obmUtaGVyaW5nc3NhbGF0Lw==">schon mal geschrieben</a>. Heringe waren zwar wesentlich billiger als Karpfen, aber ein Salat war fr&#252;her immer ein Festessen, wenn er nicht nur aus Gr&#252;nzeug bestand. Die Berliner begingen den Jahresanfang um 1900 mit Bratkartoffeln, Heringssalat, Punsch und Berliner Pfannkuchen (etwa in dieser Reihenfolge), was auf jeden Fall f&#252;r einen stabilen Magen spricht. Silvester ohne Heringssalat war aber auch in Sachsen und Th&#252;ringen undenkbar; die Th&#252;ringer hatten wegen ihrer allgemeinen Vorliebe f&#252;r diesen Fisch lange Zeit den Spitzname „Heringsnasen“.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Wobei Hering fr&#252;her bei Heringssalat nicht unbedingt die wichtigste Zutat war: „H&#228;ringssalat ist ein Salat von gekochten, gesch&#228;lten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln mit Essig, Baum&#246;l (Oliven&#246;l) und Pfeffer, in welchen wohl gew&#228;sserte, von Gr&#228;ten ges&#228;uberte Heringe klein eingeschnitten werden“, erkl&#228;rte ein W&#246;rterbuch 1808. Und es kam noch viel mehr hinein: In der <em>Wangereger K&#252;che </em>von 1858 auf zw&#246;lf Heringe immerhin zwei Pfund Kalbsbraten, vier &#196;pfel,  drei Knollen Rote Bete, sechs harte Eier, vier Kartoffeln, zwei frische Gurken, zwei Essiggurken, eine Knolle Sellerie, zw&#246;lf Schalotten &#8230; Kein Wunder, dass man ein ordentliches Durcheinander fr&#252;her einen &#8220;rechten Heringssalat&#8221; nannte.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Ist die Kombination von Hering und Kalbfleisch nun typisch norddeutsch oder eher ostpreu&#223;isch? Nichts Genaues wei&#223; man nicht. Rote Bete als Zutat d&#252;rften aus der russischen und baltischen K&#252;che &#252;bernommen worden sein, aber schon Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten sie regelm&#228;&#223;ig auch in s&#252;ddeutschen Rezepten f&#252;r Heringssalat auf. So richtig rot war der „rote Heringssalat“ fr&#252;her aber noch nicht, denn er wurde (siehe oben) fast immer mit Essig und &#214;l angemacht, nur ganz selten kam saure oder s&#252;&#223;e Sahne hinein, von Mayonnaise ganz zu schweigen. </span></span></p>
<h3>Rezept</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Zutaten f&#252;r 4 Personen:</strong> 4 Heringsfilets, 4 Pellkartoffeln vom Vortag, 2 saure Gurken, 200 g Bratenreste oder -aufschnitt (Kalb oder Rind), 2 Knollen rote Bete (vorgekocht), 1 Zwiebel, 2 EL Schmand, 2 EL Mayonnaise, Salz, Pfeffer. <strong>Zubereitung:</strong> Die Pellkartoffeln sch&#228;len und zusammen mit dem Braten, Gurken und Rote Bete in Scheiben schneiden, die Zwiebel hacken. Den Hering in kleine St&#252;cke schneiden, alles in eine Sch&#252;ssel f&#252;llen. Schmand, Mayonnaise und etwas Rote-Bete-Saft verr&#252;hren, mit Salz und Pfeffer w&#252;rzen, in die Sch&#252;ssel geben und alles vorsichtig vermengen. Der Heringssalat muss einige Stunden durchziehen, am besten einen ganzen Tag im K&#252;hlschrank. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Ich w&#252;nsche den Lesern und Leserinnen meines Blogs ein gutes neues Jahr!</strong></span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><strong><br />
</strong></span></span></p>
<p><strong>Verwandte Artikel: <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDA5LzEyLzMwL2tlaW4tc2lsdmVzdGVyLW9obmUtaGVyaW5nc3NhbGF0Lw==">Kein Silvester ohne Heringssalat?</a></strong><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDA5LzEyLzMwL2tlaW4tc2lsdmVzdGVyLW9obmUtaGVyaW5nc3NhbGF0Lw=="> </a></p>
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		<title>Retro-K&#252;che: P&#228;pstliches Huhn</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 09:21:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Bartolomeo Scappi]]></category>
		<category><![CDATA[Clemens Wilmenrod]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehkoch]]></category>
		<category><![CDATA[Huhn]]></category>
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		<description><![CDATA[Die gef&#252;llte Weihnachtsgans kennt jeder – das gef&#252;llte Weihnachtshuhn wird dagegen in den meisten Kochb&#252;chern nicht einmal erw&#228;hnt. Was f&#252;r eine Ungerechtigkeit. H&#228;tte der legend&#228;re Fernsehkoch Clemens Wilmenrod, der angebliche Erfinder des Toast Hawaii, damals sein gef&#252;lltes Huhn zu Weihnachten zubereitet, es w&#228;re heute vermutlich ein Klassiker. Stattdessen pr&#228;sentierte er einmal eine mit Kastanien gef&#252;llte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Die gef&#252;llte Weihnachtsgans kennt jeder – das gef&#252;llte Weihnachtshuhn wird dagegen in den meisten Kochb&#252;chern nicht einmal erw&#228;hnt. Was f&#252;r eine Ungerechtigkeit. H&#228;tte der legend&#228;re Fernsehkoch Clemens Wilmenrod, der angebliche Erfinder des Toast Hawaii, damals sein gef&#252;lltes Huhn zu Weihnachten zubereitet, es w&#228;re heute vermutlich ein Klassiker. Stattdessen pr&#228;sentierte er einmal eine mit Kastanien gef&#252;llte Ente als Festtagsmahl, ein andermal gef&#252;llte Pute und dann noch den omin&#246;sen <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDEwLzEyLzE5L3JldHJvLWt1ZWNoZS12ZW5lemlhbmlzY2hlci13ZWlobmFjaHRzc2NobWF1cy8=">Venezianischen Weihnachtsschmaus</a>. Die Nachfrage nach Puten soll nach Wilmenrods Sendung im Dezember 1957 jedenfalls sprunghaft angestiegen sein.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMi9Db3Zlci1Fcy1saWVndC1taXItYXVmLWRlci1adW5nZS5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3626" title="Cover Es liegt mir auf der Zunge" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/Cover-Es-liegt-mir-auf-der-Zunge.jpg" alt="" width="256" height="302" /></a><br />
</span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Wilmenrods „P&#228;pstliches Huhn“ ist jedenfalls kein Klassiker geworden, obwohl der gelernte Schauspieler darauf m&#228;chtig stolz war. Es hei&#223;t so, weil das Rezept auf Bartolomeo Scappi (ca. 1500-1577) zur&#252;ckgeht, der seit 1534 als K&#252;chenchef im Vatikan arbeitete und f&#252;r das leibliche Wohl mehrerer P&#228;pste zust&#228;ndig war. Ausgestrahlt wurde das „P&#228;pstliche Huhn“ im Fr&#252;hjahr 1953, kurz nach dem Start seiner Sendung „Bitte in zehn Minuten zu Tisch“. Ein Artikel der Zeitschrift „7 Tage“ enth&#252;llte ein Jahr sp&#228;ter, dass man Wilmenrods Tun auch in Ost-Berlin verfolgte und irgendjemand auf h&#246;heres Gehei&#223; flei&#223;ig die Rezepte mitschrieb, denn beim Besuch des sowjetischen Au&#223;enministers servierte man doch tats&#228;chlich <em>sein</em> Huhn: „Die f&#252;r Molotow vorgesehenen Brath&#252;hnchen wurden nach dem Rezept des westdeutschen Fernsehkochs beim NWDR Clemens Wilmenrod gef&#252;llt … Und so wurde Fernsehkoch Wilmenrod in gewissem Sinne Leibkoch Molotows und seiner Begleiter &#8230;“. Molotow (f&#252;r den die Finnen den <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9Nb2xvdG93Y29ja3RhaWw=">Molotowcocktail</a> erfanden, aber das ist eine andere Geschichte) wusste davon nat&#252;rlich nichts. Aber alleine schon die Idee, einem kommunistischen Staatsmann und Feind jeglicher Religion ein  „P&#228;pstliches Huhn“ aufzutischen, nach einem Rezept aus dem offiziell verbotenen West-Fernsehen, ist geradezu Realsatire.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMi9QSUNUMzYzOS5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3629" title="PICT3639" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/PICT3639.jpg" alt="" width="344" height="331" /></a><br />
</span></span></p>
<h3>Rezept</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Scappis Kochbuch enth&#228;lt kein „P&#228;pstliches Huhn“, aber ein Rezept f&#252;r eine F&#252;llung, die er sowohl f&#252;r Truth&#228;hne wie auch anderes Gefl&#252;gel verwendete und die aus gehackter Leber, Speck, Eigelb, Pflaumen, Kirschen, Knoblauch, gebratenen Zwiebeln, geriebenem K&#228;se, Pfeffer, Nelken, Muskatnuss und Kr&#228;utern bestand. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Wilmenrod hat sich tats&#228;chlich stark am Original orientiert, seine <strong>Zutaten f&#252;r 4 Personen:</strong> Ein junges Huhn, ¼ Pfund fetter Speck, ¼ Pfund Kalbsleber, ein eingeweichtes Br&#246;tchen, ½ Pfund Sauerkirschen, ¼ Pfund klein geschnittene Pflaumen oder Pfirsiche, 1 Zwiebel, 1 Eidotter, 2 EL geriebener Schweizer K&#228;se, Petersilie, Pimpernelle, Majoran, Minze, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zimt, Nelken, 1 Knoblauchzehe. <strong>Zubereitung:</strong> Der gew&#252;rfelte Speck wird mit der Leber, der gehackten Zwiebel und der halbierten Knoblauchzehe angebraten. Danach wird die Leber gehackt, alles zusammen in einer Sch&#252;ssel mit der Br&#246;tchenmasse und dem Eigelb vermengt; dazu kommen das klein geschnittene Obst, der K&#228;se, die gehackten Kr&#228;uter und die Gew&#252;rze. Das Huhn wird mit der Masse gef&#252;llt und dann entweder vern&#228;ht (dressiert) oder mit Zahnstochern zugesteckt und zus&#228;tzlich mit K&#252;chengarn umwickelt. Die richtige Technik <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2FydGh1cnN0b2NodGVya29jaHQuYmxvZ3Nwb3QuY29tLzIwMTEvMDMvaG9obHJhdW12ZXJzaWVnZWx1bmcuaHRtbA==">erkl&#228;rt Arthurs Tochter</a>. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Ich habe das Rezept etwas ver&#228;ndert, den Speck und den K&#228;se weggelassen und f&#252;r die F&#252;llung Gefl&#252;gelleber, Br&#246;tchen, 1 EL Butter, eingeweichte Backpflaumen und gekochte Aprikosen sowie Kr&#228;uter und die angegebenen Gew&#252;rze genommen. Der Geschmack der F&#252;llung hat mich aber nicht &#252;berzeugt, er erinnerte etwas an s&#252;&#223;e Leberwurst … Also wohl doch besser zus&#228;tzlich Speck und K&#228;se oder vielleicht Hackfleisch nehmen. </span></span></p>
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		<title>Schlesisches Weihnachtsessen</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2011/12/14/schlesisches-weihnachtsessen/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 15:36:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Klöße]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schlesien]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ja nicht meine Art, mich kurz zu fassen, jedenfalls nicht hier im Blog. Aber diesmal wird es sehr kurz. Warum? Mir fehlt in dieser Jahreszeit das Licht &#8211; nicht zum Schreiben, aber zum Fotografieren. Und weil ich eigentlich immer nur bei Tageslicht funktioniere, habe ich jetzt ein Problem: Es ist einfach zu dunkel, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ja nicht meine Art, mich kurz zu fassen, jedenfalls nicht hier im Blog. Aber diesmal wird es sehr kurz. Warum? Mir fehlt in dieser Jahreszeit das Licht &#8211; nicht zum Schreiben, aber zum Fotografieren. Und weil ich eigentlich immer nur bei Tageslicht funktioniere, habe ich jetzt ein Problem: Es ist einfach zu dunkel, selbst vormittags. Kein Sonnenstrahl dringt durch die Wolkendecke. Und mit Blitz zu fotografieren hat keinen Sinn bei Food-Fotos. Vielleicht auf dem Balkon &#8230;? Aber abgesehen davon, dass es ein Nordbalkon ist, nieselt es da im Moment so unangenehm. Abends ginge es bei k&#252;nstlicher Beleuchtung &#8211; wenn ich daf&#252;r das richtige Licht h&#228;tte. Eine neue Lampe muss her.</p>
<p>Bis dahin also keine eigenen Fotos. Daf&#252;r ein b&#252;rgerliches Weihnachtsmen&#252; aus dem <em>Neuen allgemeinen schlesischen Kochbuch</em> aus dem Jahr 1835, das typisch war f&#252;r die wohlhabenden Familien im &#246;stlichen Deutschland:</p>
<ul>
<li>Rogensuppe (Rogen, nicht Roggen)</li>
<li>Karpfen polnisch mit Sauerkraut</li>
<li>Karpfen blau mit italienischem Salat</li>
<li>Mohnkl&#246;&#223;e</li>
<li>Hasenbraten mit Pflaumen</li>
<li>Stollen, Pfefferkuchen, &#196;pfel, N&#252;sse, Knackmandeln</li>
</ul>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<div id="attachment_3614" class="wp-caption aligncenter" style="width: 442px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMi9Nb2hua2wmIzI0NjsmIzIyMztlLWZvdG8tUHJ6eWt1dGEuanBn"><img class="size-full wp-image-3614  " title="Mohnkl&#246;&#223;e foto Przykuta" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/Mohnkl&#246;&#223;e-foto-Przykuta.jpg" alt="" width="432" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Przykuta (Creative Commons)</p></div>
<p>Karpfen, Wild und Mohnkl&#246;&#223;e gab es dann auch am Silvesterabend:</p>
<ul>
<li>Hagebuttensuppe</li>
<li>Spinat und Schinken</li>
<li>Karpfen in Rotwein</li>
<li>Mohnkl&#246;&#223;e</li>
<li>Rehbraten mit ged&#228;mpften &#196;pfeln</li>
<li>Torte</li>
<li>&#196;pfel, N&#252;sse, Apfelsinen</li>
</ul>
<p>Mohn an Heiligabend und zu Silvester sollte Gl&#252;ck bringen, die ins Portemonnaie gesteckten Schuppen des Karpfens Geld.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_3619" class="wp-caption aligncenter" style="width: 425px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMi9Sb2dlbnN1cHBlLnBuZw=="><img class="size-full wp-image-3619 " title="Rogensuppe" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/Rogensuppe.png" alt="" width="415" height="136" /></a><p class="wp-caption-text">Rogensuppe (1794)</p></div>
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		<title>Die traditionelle Weihnachtsgans</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2011/12/07/die-traditionelle-weihnachtsgans/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 09:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Gans]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgans]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Weihnachten haben Traditionen Hochkonjunktur &#8211; nur keine Experimente bitte, schon gar nicht beim Essen! Und so isst die eine H&#228;lfte der deutschen Bev&#246;lkerung W&#252;rstchen mit Kartoffelsalat, w&#228;hrend die andere auf G&#228;nsebraten besteht. Wobei die unterschiedlichen Vorlieben nichts mit dem Geldbeutel zu haben, siehe Link. Fast k&#246;nnte man meinen, es g&#228;be hierzulande am ersten Weihnachtstag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Zu Weihnachten haben Traditionen Hochkonjunktur &#8211; nur keine Experimente bitte, schon gar nicht beim Essen! Und so isst die eine H&#228;lfte der deutschen Bev&#246;lkerung <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy8yMDA5LzEyLzE4L2FsbGUtamFocmUtd2llZGVyLXd1cnN0Y2hlbi1taXQta2FydG9mZmVsc2FsYXQv">W&#252;rstchen mit Kartoffelsalat</a>, w&#228;hrend die andere auf G&#228;nsebraten besteht. Wobei die unterschiedlichen Vorlieben nichts mit dem Geldbeutel zu haben, siehe Link. Fast k&#246;nnte man meinen, es g&#228;be hierzulande am ersten Weihnachtstag schon seit Jahrhunderten G&#228;nsebraten. Aber dieser Eindruck t&#228;uscht: Bis zum 19. Jahrhundert war Gefl&#252;gel als Weihnachtsessen eher un&#252;blich, statt dessen gab es Schweinebraten oder Karpfen.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3602" class="wp-caption aligncenter" style="width: 346px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMi9XZWlobmFjaHRzZ2Fucy1mb3RvLWomIzI1MjtyZ2VuLWhvd2FsZHQuanBn"><img class="size-full wp-image-3602  " title="Weihnachtsgans foto j&#252;rgen howaldt" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/Weihnachtsgans-foto-j&#252;rgen-howaldt.jpg" alt="" width="336" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: J&#252;rgen Howaldt (Creative Commons)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Weshalb essen wir also zu Weihnachten Gans? Fr&#252;her war unsere Weihnachtsgans eigentlich eine Martinsgans, sie kam also im November auf den Tisch. Es hei&#223;t, dass der heilige Martin sich einst in einem G&#228;nsestall versteckte, weil er sich vor der Ernennung zum Bischof dr&#252;cken wollte, aber das laute Geschnatter der V&#246;gel verriet ihn. Quasi als Strafe f&#252;r diesen Verrat brate man am Martinstag eine Gans. Eine h&#252;bsche Geschichte. Es traf sich aber nat&#252;rlich sehr gut, dass die im Fr&#252;hjahr geborenen G&#228;nse im November ihr Schlachtgewicht von gut vier Kilo erreicht haben und der elfte Tag des elfte Monats der Tag war, an dem die Bauern ihre Abgaben zu leisten hatten. Zum Beispiel in Form einer Gans.</span></span></p>
<h3>Die Weihnachtsgans stammt aus England</h3>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Weihnachtsgans verdanken wir vermutlich den Engl&#228;ndern. Auch dazu gibt es eine kleine Anekdote: Im Jahr 1588 zur Weihnachtszeit wurde der englischen K&#246;nigin Elisabeth I. gerade die gef&#252;llte Gans serviert, als sie die Nachricht erhielt, dass die spanische Kriegsflotte vernichtend geschlagen wurde. Aus Freude &#252;ber den Sieg erkl&#228;rte sie die Gans daraufhin zum offiziellen englischen Weihnachtsmahl. Aber die Geschichte ist frei erfunden. Die entscheidende Seeschlacht fand n&#228;mlich bereits am 8. August statt, also mitten im Hochsommer – eine v&#246;llig unpassende Zeit f&#252;r G&#228;nsebraten.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Weihnachtsgans kam in Wirklichkeit nicht im 16. Jahrhundert zu uns, sondern deutlich sp&#228;ter. 1791 ist in einem alten Haushaltsratgeber noch zu lesen, auch wenn die jungen G&#228;nse nach Martini nicht mehr so schmackhaft seien, „so bleiben sie dennoch, zumal auf dem Lande, immer noch gute Braten, wenn man keine besseren hat &#8230;“. Die Gans zum Fest war also nur zweite Wahl! </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_1104" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAwOS8xMi9jYXJsLWxhcnNzb24td2VpaG5hY2h0c2FiZW5kLmpwZw=="><img class="size-full wp-image-1104  " title="carl-larsson-weihnachtsabend" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/carl-larsson-weihnachtsabend.jpg" alt="" width="384" height="263" /></a><p class="wp-caption-text">Carl Larsson: Weihnachtsabend</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Erst im 19. Jahrhundert kam der G&#228;nsebraten unterm Christbaum bei uns in Mode, etwa zeitgleich mit dem englischen Plumpudding, und seitdem halten wir an dieser &#8220;uralten Tradition&#8221; fest. Es scheint, als h&#228;tten sich die Norddeutschen f&#252;r die englische G&#228;nsebraten-Sitte fr&#252;her erw&#228;rmt als die S&#252;ddeutschen. Jedenfalls war August Lewald, der anno 1840 in Stuttgart lebte, keineswegs erfreut, als er auf einer Reise zum Abendessen in einer Hamburger Gastst&#228;tte einkehrte und feststellen musste, dass es nur ein Gericht gab: gef&#252;llte Gans. </span></span>„&#8217;<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Also in Gottes Namen denn&#8217;, rief ich, &#8216;her mit der Gans, wenn ich gleich im Voraus wei&#223;, da&#223; ich mir daran den Magen verderbe.&#8217; Und sie kam &#8211; oder vielmehr, sie wurde gebracht; eine Gans, wie man sie im S&#252;den nicht kennt; gro&#223; und fett und vollgestopft mit &#196;pfeln und Kastanien und Rosinen und Mandeln, und dabei gebraten mit einer Sorgfalt, die mich nur bedauern lie&#223;, da&#223; sie an eine Gans verschwendet war.</span></span>“<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ich habe noch nie eine gef&#252;llte Gans zubereitet, kann also nicht mir einer Anleitung dienen. Daf&#252;r hat Stevan Paul <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL251dHJpY3VsaW5hcnkuY29tLzIwMDgvMTIvMjEvbWVpbmUtc3VjaGUtbmFjaC1kZXItcGVyZmVrdGVuLXdlaWhuYWNodHNnYW5zLw==">das ultimative Weihnachtsgans-Rezept</a> entwickelt, genau genommen mittlerweile sogar schon zwei. Und wer noch eine Anregung braucht, kann sich ja mal die Gans von <a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5nZW5pYWwtbGVja2VyLmRlL2FyY2hpdi8yMDA5LzExL3JlemVwdF9nZWZ1bGx0ZV9nYW5zLmh0bWw=">Genial lecker</a> anschauen (das Rezept stammt wohl urspr&#252;nglich von Schuhbeck, also aus der Zeit, als er noch gekocht hat &#8230;).<br />
</span></span></p>
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		<title>Marzipan &#8211; Konfekt aus dem Orient</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2011/11/30/marzipan-konfekt-aus-dem-orient/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 09:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Königsberg]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Marzipan]]></category>
		<category><![CDATA[Venedig]]></category>

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		<description><![CDATA[Weihnachten ist f&#252;r mich das einzige Fest, das untrennbar mit Ger&#252;chen verbunden ist: nach frisch gebackenen Pl&#228;tzchen, ger&#246;steten Mandeln, ausgepusteten Kerzen und angekokelten Tannennadeln … Und es schmeckt nach etwas – nach Marzipan. Es ist noch nicht allzulange her, dass jeder gute Konditor p&#252;nktlich zum ersten Advent sein Schaufenster mit riesigen Figuren und ganzen Landschaften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Weihnachten ist f&#252;r mich das einzige Fest, das untrennbar mit Ger&#252;chen verbunden ist: nach frisch gebackenen Pl&#228;tzchen, ger&#246;steten Mandeln, ausgepusteten Kerzen und angekokelten Tannennadeln …  Und es schmeckt nach etwas – nach Marzipan. Es ist noch nicht allzulange her, dass jeder gute Konditor p&#252;nktlich zum ersten Advent sein Schaufenster mit riesigen Figuren und ganzen Landschaften aus Marzipan und Zuckerguss dekorierte. Wobei die Konditoren in L&#252;beck und K&#246;nigsberg in einem besonderen Wettstreit standen, wer das bessere Marzipan herstellt. In beiden St&#228;dten erz&#228;hlte man fr&#252;her, dass Anfang des 15. Jahrhunderts nach Missernten eine gro&#223;e Hungersnot geherrscht habe und man kein Brot backen konnte. Da seien die Konditoren auf die Idee gekommen, aus s&#252;&#223;er Mandelmasse kleine Brote zu formen und „Markusbrot“ zu nennen, lateinisch <em>panis Marcis</em> …</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3578" class="wp-caption aligncenter" style="width: 439px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9QSUNUMzU5Ny5qcGc="><img class="size-full wp-image-3578    " title="PICT3597" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/PICT3597.jpg" alt="" width="429" height="358" /></a><p class="wp-caption-text">Marzipan der Berliner Manufaktur Walter</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Warum Leonardo da Vinci Marzipan hasste</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Wirklich schade, dass das norddeutsche Klima f&#252;r Mandelb&#228;ume ausgesprochen ung&#252;nstig ist. Marzipan, diese K&#246;stlichkeit aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser, stammt aus dem Orient, vielleicht aus Persien. In Europa tauchte es im 14. Jahrhundert auf, zuerst in Italien, Frankreich und Spanien. K&#246;nige und F&#252;rsten rissen sich um das morgenl&#228;ndische Konfekt, das bei Hofe mit Blattgold &#252;berzogen und zu Skulpturen geformt wurde – ehe man es verspeiste. Leonardo da Vinci war um 1470 einigerma&#223;en anges&#228;uert, dass man am Hof der Sforza in Mailand die kunstvollen Marzipanfiguren, die er als Dekoration angefertigt hatte, einfach bis auf den letzten Kr&#252;mel aufgegessen hatte. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Der s&#252;&#223;e Luxus uferte derart aus, dass der Rat in Venedig 1514 das Vergolden von Marzipan und Konfekt verbot. F&#252;r Nicht-Adlige war die s&#252;&#223;e Mandelpaste damals eine Arznei, die von Apothekern hergestellt und verkauft wurde. Marzipan in Form von K&#252;chlein und Fladen galt als St&#228;rkungsmittel f&#252;r Kranke, aber auch als Aphrodisiakum. Wohlhabende B&#252;rger sch&#228;tzten diese „Medizin“ so sehr, dass sie zu jedem Fest ganze Berge davon auftragen lie&#223;en. Und so verordnete auch die Stadt L&#252;beck ihren Einwohnern 1612 mehr Bescheidenheit „bey Verl&#246;bnissen, Hochzeiten, Kindbetten, Gevatterschaften (= Taufen), Begr&#228;bnissen … Nach der Mahlzeit soll kein Confect noch Marcepan, sondern nur Epffel, Birnen, N&#252;sse, Kuchen und dieser Lande Fr&#252;chte auffgesetzt werden.“</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3582" class="wp-caption aligncenter" style="width: 442px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9NYXJ6aXBhbmtvbmZla3QtZm90by1QcmlsbGVuLmpwZw=="><img class="size-full wp-image-3582  " title="Marzipankonfekt foto Prillen" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/Marzipankonfekt-foto-Prillen.jpg" alt="" width="432" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Prillen (Creative Commons)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Marci panis &#8211; Brot des Markus?</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">R&#228;tselhafter als der Ursprung des Marzipan ist sein Name. Es ist nicht <em>marci panis</em>, „das Brot des Markus“, da sind sich die Gelehrten einig. Aber auch die beliebten Theorien, die das Wort von arabischen Schachteln oder M&#252;nzen ableiten, sind vor allem fantasievoll. Ich w&#252;rde gerne glauben, dass der Name aus dem Arabischen kommt, aber im Orient nannte man Marzipan noch nie <em>mawtaban</em>. In persischen und arabischen Rezepten des 13. Jahrhunderts hie&#223; es <em>faludhaj</em> oder <em>lawzinaj</em>, von l<em>awz</em> f&#252;r Mandeln. Und obwohl die Araber viel l&#228;nger in Andalusien waren als auf Sizilien, taucht das Wort <em>marzapane</em> zum ersten Mal um 1340 in Italien und S&#252;dfrankreich auf. Vermutlich wurde auch gar nicht allzuviel dieses Konfekts &#252;ber Venedig aus dem Orient eingef&#252;hrt, denn schon im 14. Jahrhundert verbreitete sich das Rezept f&#252;r Marzipan in ganz Europa. </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3580" class="wp-caption aligncenter" style="width: 468px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9adWNrZXJiJiMyMjg7Y2tlci1hdXMtR3JhdWImIzI1MjtuZGVuLmpwZw=="><img class="size-full wp-image-3580      " title="Zuckerb&#228;cker" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/Zuckerb&#228;cker-aus-Graub&#252;nden.jpg" alt="" width="458" height="296" /></a><p class="wp-caption-text">Zuckerb&#228;cker aus Graub&#252;nden</p></div>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Spanische und italienische Kl&#246;ster entwickelten bald wahre Meisterschaft in der Marzipanherstellung, denn die s&#252;&#223;e Masse durfte auch in der Fastenzeit gegessen werden. Marzipan galt aber auch als besondere Leckerei zu Ostern und Weihnachten. Der Adel delektierte sich dagegen das ganze Jahr &#252;ber an der neuen Leckerei und f&#252;hrte im 16. Jahrhundert einen s&#252;&#223;en Gang mit Konfekt, Marzipan und kandierten Fr&#252;chten als Abschluss eines Men&#252;s ein. Marzipan „f&#252;r alle“ gab es erst im 19. Jahrhundert, auch in L&#252;beck und K&#246;nigsberg, den deutschen Marzipan-Hochburgen. Ausschlaggebend war offenbar die Ansiedlung von Schweizer Zuckerb&#228;ckern, die Familienrezepte mitbrachten. Um 1700 geh&#246;rten 38 der 42 Konditoreien in Venedig Familien aus Graub&#252;nden; als 1766 die Allianz der beiden Regionen zerbrach, wurde ihnen die Gewerbeaus&#252;bung verboten.  Die Br&#252;der Pomatti &#252;bernahmen 1809 eine Konditorei in K&#246;nigsberg, gr&#252;ndeten dort die erste „Marzipanfabrik“ und wurden bald darauf Hofkonditoren. Der Zuckerb&#228;cker Maret lie&#223; sich 1796 in L&#252;beck nieder; wenige Jahre sp&#228;ter fing der geb&#252;rtige Ulmer Johann Georg Niederegger als Geselle bei ihm an. Der Anfang einer Marzipan-Dynastie.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3586" class="wp-caption aligncenter" style="width: 494px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9NYXJ6aXBhbmZhYnJpay1aYXBwYS1LJiMyNDY7bmlnc2JlcmcxLmpwZw=="><img class="size-full wp-image-3586   " title="Marzipanfabrik Zappa K&#246;nigsberg" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/Marzipanfabrik-Zappa-K&#246;nigsberg1.jpg" alt="" width="484" height="258" /></a><p class="wp-caption-text">Marzipanfabrik in K&#246;nigsberg</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Marzipang&#228;nse f&#252;r die Zarin</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Vor allem zu Ostern Weihnachten wurden Berge von Marzipan aus L&#252;beck und K&#246;nigsberg in alle Himmelsrichtungen verschickt. Niederegger lieferte 1858 lebensgro&#223;e G&#228;nse an den russischen Zarenhof, und eine Hofdame berichtete: „Der Marzipan hat gestern geradezu Furore in Zarskoje-Selo gemacht … Und was tut die alte Kaiserin damit? Sie stippt jeden Morgen den Marzipan in ihren Kaffee. Ich glaube, wenn die Geschwister Niederegger diesen gastronomischen Versto&#223; h&#246;ren, so betrachten sie das als pers&#246;nliche Beleidigung.“ Die Zarin war in Berlin aufgewachsen, wo die feine Gesellschaft damals aber ausschlie&#223;lich Marzipan aus K&#246;nigsberg knabberte. Ihn in den den Kaffee zu tunken, war nat&#252;rlich unfein und hat auch nur Sinn, wenn das Konfekt schon etwas l&#228;nger liegt und trocken geworden ist &#8230; </span></span></p>
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		<title>Aus Omas K&#252;che: Fliederbeersuppe</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 09:03:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Holunder]]></category>
		<category><![CDATA[Suppe]]></category>

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		<description><![CDATA[In dieser Jahreszeit grassieren ja die Erk&#228;ltungen, mich hat es bekanntlich auch schon erwischt. Was tun? Abwarten und Tee trinken ist eine M&#246;glichkeit. Oder es mit Omas Hausmittelchen probieren. Zum Beispiel Zwiebelsirup gegen Husten. Schmeckt nicht so ekelhaft wie es klingt, geholfen hat es bei mir nicht. Aber hei&#223;er Holundersaft soll auch gut sein. Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">In dieser Jahreszeit grassieren ja die Erk&#228;ltungen, mich hat es bekanntlich auch schon erwischt. Was tun? Abwarten und Tee trinken ist eine M&#246;glichkeit. Oder es mit Omas Hausmittelchen probieren. Zum Beispiel Zwiebelsirup gegen Husten. Schmeckt nicht so ekelhaft wie es klingt, geholfen hat es bei mir nicht. Aber hei&#223;er Holundersaft soll auch gut sein. Da kann ich doch gleich das N&#252;tzliche mit dem Angenehmen verbinden und eine norddeutsche Fliederbeersuppe kochen. Im Norden hei&#223;t der Holunder n&#228;mlich seit jeher Flieder. </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9QSUNUMzU4Ny5qcGc="><img class="aligncenter size-full wp-image-3554" title="PICT3587" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/PICT3587.jpg" alt="" width="454" height="324" /></a><br />
</span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Als Heilpflanze ist der Holunder uralt, schon in der Steinzeit wurde er genutzt; schwei&#223;- und harntreibend soll er wirken, schmerzstillend und entz&#252;ndungshemmend. Tee aus den Bl&#252;ten enth&#228;lt &#252;brigens noch wesentlich mehr Vitamin C als die Beeren, die man nicht roh essen sollte, weil sie dann leicht giftig sind. Der Saft soll auch eine leicht abf&#252;hrende Wirkung haben.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">In manchen Regionen wird Holunder auch Holder oder Holler genannt, was daran erinnert, dass die alten Germanen den Strauch ihrer G&#246;ttin Holda oder Holla geweiht haben. Wir kennen sie als „Frau Holle“, die in Kinderliedern ihre Betten sch&#252;ttelt, wenn es drau&#223;en schneit. Diese Vorstellung geht tats&#228;chlich auf die heidnischen Germanen zur&#252;ck, die glaubten, dass Holda im Winter &#252;ber die Erde ziehe, begleitet von Eis und Schnee, um die finsteren M&#228;chte zu bek&#228;mpfen und der Erde im Fr&#252;hjahr neue Fruchtbarkeit zu bringen. Entsprechend traute man auch den Holunderstr&#228;uchern besondere Kr&#228;fte zu, und man pflanzte sie als magischen Schutz vor H&#228;user und St&#228;lle, um b&#246;sen Zauber abzuwehren.</span></span></p>
<h3>Rezept: Fliederbeersuppe mit Grie&#223;kl&#246;&#223;chen</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><strong>Zutaten f&#252;r 4 Personen: </strong>1 Liter Holundersaft, 2 gro&#223;e Birnen (oder &#196;pfel), 1 Bio-Zitrone, 1 Stange Zimt, Zucker, 2 EL Speisest&#228;rke, 250 ml Milch, 100 g Weichweizengrie&#223;, 30 g Butter, 1 P&#228;ckchen Vanillezucker, 2 Eier. <strong>Zubereitung:</strong> Den Holundersaft mit der Zimtstange, 2 EL Zitronensaft und ein paar Zitronenzesten erhitzen und die Gew&#252;rze etwas darin ziehen lassen. (Weil der Saft ziemlich herb schmeckt, habe ich 750 ml Holundersaft und 250 ml Apfelsaft genommen.) Die Birnen oder &#196;pfel sch&#228;len, in Spalten schneiden und etwa 10 Minuten im hei&#223;en Saft ziehen lassen, bis sie weich werden. Speisest&#228;rke anr&#252;hren und die Suppe damit binden. Den Topf vom Herd nehmen. F&#252;r die Grie&#223;kl&#246;&#223;chen Milch, Butter, 1 EL Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz aufkochen. Die Hitze runterdrehen, den Grie&#223; hinzugeben und bei schwacher Hitze unter st&#228;ndigem R&#252;hren 5 bis 10 Minuten quellen lassen. Den Topf vom Herd nehmen, den Grie&#223; etwas abk&#252;hlen lassen und dann nacheinander die beiden Eier unterr&#252;hren. Aus der Masse etwa 16 Kl&#246;&#223;chen abstechen und in Salzwasser aufkochen lassen, bei schwacher Hitze 15 bis 20 Minuten gar ziehen lassen. Dann die Holundersuppe noch einmal hei&#223; machen, in Teller f&#252;llen und die abgetropften Grie&#223;kl&#246;&#223;chen als Einlage hineingeben.</span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><strong>Rezept nach </strong>Anne Katrin Weber/Sabine Schlimm:<strong> K&#252;chensch&#228;tze. Rezepte f&#252;r die Seele, </strong>Verlag Gr&#228;fe &amp; Unzer, M&#252;nchen 2010<br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Waffeln &#8211; Kuchen aus dem hei&#223;en Eisen</title>
		<link>http://petrafoede.de/blog/2011/11/17/waffeln-kuchen-aus-dem-heisen-eisen/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 09:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Foede</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Backen]]></category>
		<category><![CDATA[Eiserkuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Gebäck]]></category>
		<category><![CDATA[Waffeln]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich Kind war, gab es eine Zeitlang sonntags h&#228;ufig frische Waffeln mit hei&#223;en Kirschen und Schlagsahne. Eine typische Kombination der 70er Jahre. Vermutlich hatte meine Mutter zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein Waffeleisen geschenkt bekommen, und Waffeln sind schneller gebacken als ein Kuchen. Jedenfalls heute mit den modernen elektrischen Waffeleisen; als noch &#252;ber offenem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Als ich Kind war, gab es eine Zeitlang sonntags h&#228;ufig frische Waffeln mit hei&#223;en Kirschen und Schlagsahne. Eine typische Kombination der 70er Jahre. Vermutlich hatte meine Mutter zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein Waffeleisen geschenkt bekommen, und Waffeln sind schneller gebacken als ein Kuchen. Jedenfalls heute mit den modernen elektrischen Waffeleisen; als noch &#252;ber offenem Feuer gebacken wurde, h&#228;tte ich keine Waffeln machen wollen. Bei meinem Geschick h&#228;tte ich mir die ein oder andere Brandblase eingehandelt.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3534" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9XYWZmZWxuLUJlbGdpZW4tRm90by1KYWNxdWVzLVJlbmllci5qcGc="><img class="size-full wp-image-3534  " title="Waffeln Belgien Foto Jacques Renier" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/Waffeln-Belgien-Foto-Jacques-Renier.jpg" alt="" width="384" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">Belgische Waffeln. Foto: Jacques Renier</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Die Geschichte der Waffeln</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Die Vorl&#228;ufer der Waffeln sind die Oblaten, die mit speziellen Zangeneisen in mittelalterlichen Kl&#246;stern gebacken wurden, um nach der Weihe als Hostien beim Abendmahl zu dienen. Dieses d&#252;nne Geb&#228;ck schmeckte damals so wie heute, n&#228;mlich nach nichts, denn au&#223;er Mehl und Wasser kommt da nichts rein. Aber schon bald wurden in Mitteleuropa auch gew&#252;rzte Oblaten mit diesen Eisen hergestellt. Ende des 13. Jahrhunderts verkaufte die Zunft der <em>Oblaiers</em> in Paris diese knusprigen Waffeln auf der Stra&#223;e. <em>Wafla</em> ist ein altes franz&#246;sisches Wort f&#252;r Honigwabe, nach dem Muster, der dem Teig mit der Waffelzange eingepr&#228;gt wurde. </span></span></p>
<div id="attachment_3538" class="wp-caption aligncenter" style="width: 391px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS93YWZmZWxuLWdlbSYjMjI4O2xkZS1MdWJpbi1CYXVnaW4uanBn"><img class="size-full wp-image-3538" title="waffeln gem&#228;lde Lubin Baugin" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/waffeln-gem&#228;lde-Lubin-Baugin.jpg" alt="" width="381" height="292" /></a><p class="wp-caption-text">Gem&#228;lde von Lubin Baugin</p></div>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Sp&#228;testens im 14. Jahrhundert lernten die Holl&#228;nder die Kunst des Waffelbackens und sehr schnell breitete sie sich dann weiter in Norddeutschland, Brandenburg und Westfalen aus. Diese fr&#252;hen Waffeln waren sehr d&#252;nn und wurden h&#228;ufig zu R&#246;llchen gedreht, die in Ostdeutschland bis heute <em>Eiserkuchen</em> genannt werden, s&#252;dlich von Berlin <em>Klemmkuchen</em>, in S&#252;ddeutschland und am Rhein <em>Hippen</em> und in Hamburg, Bremen und Friesland <em>Krullkuchen</em> (Krull = Locke); sie lassen sich trocken l&#228;ngere Zeit aufbewahren. In einer alten Bremer Chronik steht &#252;ber die Feierlichkeiten der Senatoren der sch&#246;ne Satz: „Un se slampampten un eeten krullkoken.“ Sie schlampampten – sie schlemmten. </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3543" class="wp-caption aligncenter" style="width: 325px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS93YWZmZWxuLWJydWVnZWwuanBn"><img class="size-full wp-image-3543  " title="waffeln bruegel" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/waffeln-bruegel.jpg" alt="" width="315" height="385" /></a><p class="wp-caption-text">Ausschnitt aus einem Gem&#228;lde von Pieter Bruegel</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Festgeb&#228;ck der Protestanten</h3>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Die dicken Waffeln aus einem Teig, der auch Fett, Milch und Eier enthielt, sind offenbar in Belgien oder Holland als &#252;ppiges Festgeb&#228;ck entstanden, das zu Weihnachten, Neujahr, Fastnacht und bei Hochzeiten statt Schmalzkuchen gegessen wurde.  Die Waffeln wurden nach der Reformation im 16. Jahrhundert eine typisch protestantische Leckerei, ebenso &#252;brigens wie die Pfannkuchen (Eierkuchen), die in S&#252;ddeutschland bei weitem nicht so beliebt waren wie im Norden und ein Geb&#228;ck f&#252;r Wohlhabende blieben. In der Schweiz, in der Pfalz und in Nordbaden wurden die Waffeln zu Weihnachten gebacken, in Norddeutschland und Westfalen eher zu Silvester. Im M&#252;nsterland bekamen Knechte und M&#228;gde zwischen Weihnachten und Neujahr drei Tage frei, damit sie ihre Eltern besuchen und mit ihnen Waffeln essen konnten; „in de Kooken gahn“ hie&#223; das. Am Neujahrsmorgen gingen die Kinder in Ostfriesland und in Westfalen von Haus zu Haus, um das begehrte Geb&#228;ck einzusammeln. </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3545" class="wp-caption aligncenter" style="width: 266px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS93YWZmZWxuLWZhc3RuYWNodC1icnVlZ2VsLmpwZw=="><img class="size-full wp-image-3545  " title="waffeln fastnacht bruegel" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/waffeln-fastnacht-bruegel.jpg" alt="" width="256" height="377" /></a><p class="wp-caption-text">Ausschnitt aus einem Gem&#228;lde von Pieter Bruegel</p></div>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Fr&#252;her waren Waffeln nicht unbedingt s&#252;&#223;, denn Zucker war teuer, bestenfalls wurden sie damit bestreut. Ein Ratgeber f&#252;r „die Hausmutter“ erkl&#228;rt 1782 die feinen Unterschiede: „Was in der K&#252;che des Mittelmannes (gemeint: der mittleren St&#228;nde) die so genannten Waffelkuchen sind, das sind die Eiserkuchen in der K&#252;che des Gesindes und des gemeinen Mannes. Nur da&#223; diese geringeren Inhalts sind. Der Teig ist Weizenmehl, Milch, ein paar klein ger&#252;hrte Eyer, Salz und gar wenig Pfeffer … Unter dem gemeinen Manne sind sie gebr&#228;uchlich, um in der Geschwindigkeit Kuchen zu backen, wenn ein zu Besuch gekommener Freund etwas festlich gespeiset werden soll.“ </span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;">Die fr&#252;hen Waffeleisen sahen aus wie &#252;berdimensionale Zangen mit gro&#223;en runden oder eckigen Platten, die direkt &#252;ber das offene Feuer gehalten wurden. Wie m&#252;hsam das Waffelbacken war, ergibt sich aus dem Rezept des <em>Vollst&#228;ndigen N&#252;rnbergischen Kochbuchs</em> von 1691: „Leget das Eisen auf einen Dreyfu&#223;, sch&#252;ret ein starkes … Feuer darunter, lasset das Eisen auf beyden Seiten wohl hei&#223; werden, bindet eine Butter in ein T&#252;chlein und schmieret dessen inwendige Seiten damit; leget dann einen guten L&#246;ffel Teig in das Eisen … lassets allgemach zergehen … kehret das Eisen einmal oder zwey herum, und wann die K&#252;chlein sch&#246;n licht-braun sind, nehmets heraus &#8230;“. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<div id="attachment_3547" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://petrafoede.de/blog/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3BldHJhZm9lZGUuZGUvYmxvZy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxMS8xMS9XYWZmZWxlaXNlbi1Gb3RvLUhhbnMtS2FkZXJlaXQuanBn"><img class="size-full wp-image-3547  " title="Waffeleisen Foto Hans Kadereit" src="http://petrafoede.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/Waffeleisen-Foto-Hans-Kadereit.jpg" alt="" width="384" height="288" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Hans Kadereit (Creative Commons)</p></div>
<p><span style="font-size: small;">Mit der Einf&#252;hrung geschlossener Kochherde im 19. Jahrhundert ver&#228;nderte sich auch die Technik des Waffelbackens; es gab jetzt Eisen ohne Stiel, die direkt auf die Herd&#246;ffnung aufgesetzt wurden, aber immer noch gewendet werden mussten. Die ersten elektrischen Waffeleisen gab es in Deutschland erst in den 1920er Jahren.</span></p>
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