Share in top social networks!

Heute ist der 1. April und das heißt für mich: Es ist der richtige Tag, um mal wieder in Rezepten der Fünfziger Jahre zu kramen und – sie auch tatsächlich nachzukochen. Deshalb habe ich erneut das Constanze-Rezeptheft von 1958 hervorgeholt, das mir schon einmal erfolgreich zu Experimenten mit Hering verholfen hat. Natürlich gibt es darin auch Anregungen für ganz andere Zutaten.

constanze1

In den Fünfziger Jahren glaubte man, dass sich die moderne Küche nicht zuletzt durch die großzügige Verwendung exotischer Früchte in allen möglichen Gerichten auszeichnet. Es gab eigentlich nichts, was man damit nicht „modernisiert” hätte. Und Bananen waren damals durchaus noch exotisch, die gab es nicht alle Tage. „Versuchen Sie einmal: Bananen gekocht” lockt Constanze ihre weltoffenen Leserinnen. Nun denn, versuchen wir es. Schon die Liste der Zutaten klingt – sagen wir mal: verheißungsvoll.

Bananenauflauf

Zutaten: 50 g Butter, eine kleine Zwiebel, 8 Bananen, ¼ l Fleischbrühe, 15 g Speisestärke, 125 g Fleischwurst, Salz, Muskat, Zitronensaft, Dosenmilch. Zubereitung: Zwiebelwürfel in heißem Fett andünsten, Bananenscheiben kurz mitdünsten, Fleischbrühe dazu geben und, sobald sie kocht, mit der kalt angerührten Speisestärke binden. Die Fleischwurstwürfel dazu geben, noch einmal kurz aufkochen lassen und würzen – mit Salz, Muskat, Zitronensaft, Dosenmilch??? Oder wird nur die Speisestärke in der Milch angerührt? Die erfahrene Hausfrau von 1958 wusste sowas. Weiter im Originaltext: Man kann den Auflauf noch in einem Rand aus Kartoffelbrei überbacken. Ohne überbacken wäre es ja wohl auch kein Auflauf, sondern eine Bananenpfanne … Den Kartoffelbrei habe ich mir aber mal geschenkt. Hier das Ergebnis:

bananenauflauf1

Nun zum Geschmackstest: Bananenmus mit Wurst und Fleischbrühe – bäh! Sicher kann man das notfalls essen, wenn man großen Hunger hat. Aber es schmeckt nicht! Überhaupt nicht.

Ich wollte Constanze aber noch eine Chance geben (ehrlich gesagt wollte ich auch gerne mal irgendwas essen) und habe deshalb noch ein Bananen-Rezept aus der Mai-Ausgabe von 1964 ausprobiert, einen schlichten Toast:

Bananentoast mit Zimt

Zubereitung: Angerösteten und gebutterten Toast mit Bananenhälften belegen, mit Butter bepinseln, mit Zimt-Zucker bestreuen, mit Cocktailkirschen garnieren und übergrillen. Da kann eigentlich nicht viel schief gehen, wobei die Toastscheiben anno 1964 offenbar noch deutlich größer waren als heute – ich kriege da keine ganzen Bananenhälften drauf.

bananentoast3

Also mal abgesehen von den klebrig-süßen Cocktailkirschen in der Mitte ist dieses Rezept gar nicht so schlecht. Auf jeden Fall essbar, ohne störende Geschmackseffekte. Es gibt natürlich auch noch eine Variante für Experimentierfreudige: Die Banane in Scheiben schneiden, mit Kaffeepulver und Ingwerstückchen bestreuen, gezuckerten Eischnee darüber geben und so überbacken. Aber das kann ausprobieren wer will …

Kleiner Nachtrag: Eine nette Leserin (Anja) hat mir das amerikanische Rezept aus dem Jahr 1975 für “Würstchen gefüllt mit Banane” geschickt, das Leserin Conny (siehe Kommentare) gesucht hat. Die Würstchen werden nicht wirklich “gefüllt”, aber das Rezept ist trotzdem ziemlich schräg, es hieß wohl auch nicht umsonst Banana Schizo-Franks: Man braucht für 2 Personen 2 Wiener/Frankfurter Würstchen, 2 Bananen, 4 Scheiben Schinken, 4 Brötchen, Senf, 4 Scheiben Käse. Die Würstchen und die geschälten Bananen werden längs halbiert und zu Paaren zusammengesetzt, also jeweils ein halbes Würstchen mit einer halben Banane; mit Schinken umwickeln und mit einem Zahnstocher feststecken. Ein paar Minuten unter den Grill im Backofen legen, mit Senf bestreichen, mit je einer Scheibe Käse belegen und nochmal kurz überbacken. Guten Appetit!