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Bloody Mary ist ein Cocktail-Klassiker, der aus Wodka und Tomatensaft gemixt und pikant abgeschmeckt wird. Als Erfinder gilt allgemein Fernand „Pete” Petiot, der den Drink in den 1920er Jahren in Harry’s New York Bar in Paris kreiert haben soll; in diesem Etablissement verkehrten so illustre Gäste wie Ernest Hemingway. Der Name ist natürlich eine Anspielung auf die blutrote Farbe des Cocktails, erinnert aber gleichzeitig auch an die englische Königin Mary I. (1516-1588), eine Katholikin, die diesen Beinamen nach ihrem Tod wegen der von ihr angeordneten Hinrichtung hunderter Prostestanten erhielt. Petiot will angeblich an eine gute Freundin namens Mary gedacht haben. Wie romantisch – oder auch nicht, bei diesem Drink.

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Legenden zur Erfindung

Wie dem auch sei, Jahre später ging Petiot in die USA und erst in der Bar des New Yorker St. Regis Hotels soll Ende 1933 die klassische Bloody Mary mit Tabasco, Pfeffer und Salz entstanden sein; vorher war der Cocktail laut Pete schlicht eine Mischung aus Wodka und Tomatensaft. Er selbst hat übrigens nie behauptet, den Mix in Paris erfunden zu haben, in einem Interview räumte er sogar ein, die Urversion sei gar nicht von ihm, sondern von einem Schauspieler namens George Jessel … Fertigen Tomatensaft in Flaschen gab es jedenfalls erst seit Ende der 1920er Jahre.

In New York wurde der 75. Geburtstag des Drinks offiziell am 1. Dezember 2008 zelebriert – und das, obwohl die Prohibition, also das Ausschankverbot für Alkohol, in den USA erst am 5. Dezember 1933 offiziell endete! Und da Petiot nachweislich schon vor 1933 in den Staaten lebte und sicher irgendeinen Job in der Gastronomie hatte, war die Bloody Mary vielleicht einer von vielen diskret in irgendeinem Hinterzimmer servierten Drinks.

Die alkoholfreie Variante, auch Virgin Mary genannt, wird übrigens sehr gerne auf Langstreckenflügen getrunken, auch von Leuten, die am Boden nie ein Glas Tomatensaft anrühren würden. Bislang hat noch niemand eine Erklärung für dieses Phänomen gefunden.

Die Bar im New Yorker St. Regis Hotel servierte Petiots Cocktail zunächst unter dem Namen Red Snapper; das hier soll das Originalrezept sein (die amerikanischen Maßangaben habe ich umgerechnet):

Zutaten: 60 ml Tomatensaft, 60 ml Wodka, ein Spritzer Worcestershiresauce, eine Prise Salz, eine Prise Cayennepfeffer, ein Spritzer Zitronensaft. Zubereitung: Alle Zutaten in einen Shaker geben, der zu 2/3 mit Eiswürfeln gefüllt ist. Gut schütteln. Abseihen in ein mit Eis gefülltes Highball-Glas.

Quelle: Mardee Haidin Regan: The bartender’s best friend, 2002