Ein Food-Blog als Filmstoff: Julie & Julia
Posted by Petra Foede on 22 Aug 2009 | Tagged as: Allgemein
Am 3. September startet der Film Julie & Julia in den deutschen Kinos, in den USA läuft er bereits seit Anfang August. Im Mittelpunkt stehen die prominente TV-Köchin Julia Child und die Bloggerin Julie Powell, die bekannt wurde, weil sie ohne große Küchenerfahrung Childs Buch Mastering the Art of French Cooking in einem Jahr komplett durchkochte und ihr Projekt in einem Blog dokumentierte. Es war vor sieben Jahren einer der ersten Food-Blogs überhaupt. Der Film von Regisseurin Nora Ephron basiert auf den Memoiren von Child und dem Buch Julie and Julia von Powell, einer Art Nacherzählung ihres Blogs.
Der Inhalt des Films via Kino.de:
1949 entdeckt Child (Meryl Streep), die Frau eines nach Paris versetzten US-Regierungsangestellten, an der Seine ihre neue Berufung: das Kochen. Mit naiver Verwegenheit setzt sie sich im Umfeld von Profiköchen und gegen die Arroganz ihrer Kochschuldirektorin durch, wird Mitautorin eines voluminösen Kochbuchs über die französische Küche, das sich nach jahrelangem Kampf um einen Verleger zum Bestseller entwickelt. Über 50 Jahre später, im New York des Jahres 2002, bricht auch Julie Powell (Amy Adams) in ein neues Leben auf. Tagsüber arbeitet sie als telefonische Kummertante … In ihrer Freizeit versucht sie, alle 524 Rezepte des Kochbuchs ihres Idols Julia Child innerhalb eines Jahres nachzukochen, ohne Job, Nerven oder Mann zu verlieren.
In der amerikanischen Food-Blogosphäre wird Julie & Julia ziemlich kontrovers diskutiert, wobei deutlich wird, dass Powell als Bloggerin polarisiert. Ihr Kochprojekt war von vornherein auf ein Jahr begrenzt, ihren Blog gibt es aber noch oder genauer gesagt seit 2005 wieder. Sie sieht sich selbst aber nicht als echte Bloggerin, weil sie nur unregelmäßig schreibt, und sorgt mit Äußerungen wie “Food-Blogger sind cliquenhafte, manchmal etwas bösartige Typen” für Irritationen (Originalzitat bei gastrochic.com).
Julia Child starb 2004 und kann sich zum Film nicht mehr äußern. Aber von früheren Vertrauten wurde der Presse gesteckt, dass sie Powells Blog kannte und ihr Kochprojekt nicht besonders schätzte. Sie habe bei Julie das ernsthafte Interesse am Kochen vermisst, heißt es. Während sich die beiden Frauen im wahren Leben nie kennen gelernt haben, kommt es im Film zu einem Treffen.
4 Comments »







Ich stelle mir das schrecklich langweilig vor, ein Kochbuch nachzukochen – da gibt es doch irgendwo in den Weiten des Netzes auch eine amerikanische Foodbloggerin, die das Achatz-Kochbuch nachkocht. Ob ich mir diesen Film in Kino ansehen werde? Ich glaube nicht …
ich werde ihn mir vermutlich auch nicht ansehen, aber ankündigen wollte ich ihn wegen des Themas dann doch. Der Teil über das Leben von Julia Child, die von Meryl Streep gespielt wird, soll allerdings ziemlich gut sein.
Petra,
ich finde es auch gut, dass du den Film hier angekündigt und die Hintergrundgeschichte zum Blog geschrieben hast.
Wie auch immer die Wahrheit aussieht, der Film ist etwas ganz besonderes und absolut sehenswert. Dass Julia Child Julie Powell und ihren Blog nicht mochte wird übrigens im Film auch so wiedergegeben und die Frauen treffen sich nicht. Man sollte sich den Film auf keinen Fall entgehen lassen.