Caesar Salad
Posted by Petra Foede on 01 Jun 2009 | Tagged as: Rezepte, USA
Der Caesar Salat ist weder eine Erfindung der italienischen Küche noch soll sein Name an den römischen Feldherrn erinnern. Es handelt sich vielmehr um eine multikulturelle Kreation, die dem Italoamerikaner Cesare Cardini (1896-1956) zugeschrieben wird, der in den 1920er Jahren ein Restaurant in dem mexikanischen Grenzort Tijuana betrieb, um so den Verboten der Prohibition in den Vereinigten Staaten auszuweichen. Die Gäste kamen vor allem aus Kalifornien.
Geschichte
Am 4. Juli 1924, dem amerikanischen Nationalfeiertag, soll der Andrang in Caesar’s Place so groß gewesen sein, dass der Küche die Vorräte ausgingen. Da noch genug Salat da war, improvisierte Cardini damit ein neues Gericht mit einem speziellen Dressing, das er direkt am Tisch der Gäste zubereitete. Der Salat kam sehr gut an und wurde einige Zeit später nach ihm benannt. Diese Geschichte basiert auf den Angaben von Cardinis Tochter Rosa, die allerdings erst 1928 geboren wurde.
Wie eigentlich immer bei populären Gerichten haben sich auch andere potenzielle Erfinder zu Wort gemeldet, die aber alle zu Cardinis Umfeld gehörten, darunter sein Bruder Alex, ein ehemaliger Pilot der italienischen Luftwaffe. Er behauptete nach dem Tod seines Bruders, der eigentliche Schöpfer dieses Salats zu sein; er habe ihn Mitte der 1920er Jahre zusammengemixt und ursprünglich „Aviator’s Salad“ (Flieger-Salat) genannt. Während sein Rezept Sardellen enthält, lehnte Cesare diese Zutat aber angeblich ab.
Immerhin kann sich die bekannte Kochbuchautorin Julia Child (1912-2004) daran erinnern, diesen Salat schon als Kind in Cardinis Restaurant gegessen zu haben. Sie schreibt in ihrem Buch From Julia Child’s Kitchen: „Eine meiner frühesten Erinnerungen an Restaurants waren Besuche mit meinen Eltern in Tijuana, 1925 oder 1926 … in Caesar’s Restaurant … Meine Eltern bestellten natürlich den Salat. Caesar selbst … mischte den Salat in einer großen Holzschüssel“.
Julia Child hat sich das Rezept von Rosa Cardini geben lassen, das dem Original ihres Vaters zumindest sehr nahe kommen soll, ohne Sardellen und ohne die heute manchmal auch in Restaurants verwendete Mayonnaise.
Originalrezept
Zutaten: 2 Köpfe Romana-Salat, 2 große Eier, ¾ Tasse Öl mit Knoblaucharoma, 1 große Zitrone, ½ TL Worcestershiresauce, ¼ Tasse frisch geriebener Parmesan, 1 Tasse Knoblauch-Croutons, Salz, Pfeffer. – Zubereitung: Salat waschen und verlesen, die Eier nur für eine Minute in kochendes Wasser geben. Den Salat in eine Schüssel geben, etwa ½ Tasse Öl darüber gießen, leicht vermengen, dann Salz und Pfeffer zugeben und kurz mengen. Den frischen Zitronensaft und die Worcestershiresauce über den Salat gießen, danach die zwei Eier, das restliche Öl und den Parmesan. Alles in der Schüssel gut miteinander vermischen. Zum Schluss die Croutons dazugeben und unterheben. Sofort servieren. (Anm: 1 Tasse = 250 ml)
Quelle: Patricia Bunning Stevens, Rare Bits. Unusual origins of popular recipes, Athens/Ohio 1998
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